Archiv für das Tag 'satire'

dr. micebase

Der Doc ist erkältet…

Gelegentlich wird Dr. Micebase daran erinnert, dass er sterblich ist. In der Nacht zu Sonntag schlich jemand in sein Zimmer und goß ihm Beton in die Nasennebenhöhlen. Gestern wurden alle gängigen Hausmittel bemüht, heute morgen um 6 klingelte der Wecker, 7.15 Uhr rauschte der Zug an. Doch oh weh, wie sah Dr. Micebase aus? Die Nase entzündet, die Augen blutrot und geschwollen, wodurch sich die Zuginsassen hervorragend auf die schwarzen Augenringe konzentrieren konnten.

Kranke Menschen sind von der Gesellschaft gehasste Würmer. Jeder hat selbst mindestens eine Situation im öffentlichen Nahverkehr erlebt, die beweist, wie furchtbar kranke Menschen sind. Ein Fahrgast muss nur mal im Bus husten, schon sprinten die anderen nach hinten zu den kleinen Aufklappfenstern und versuchen, ihre Münder hindurchzustecken. “Luft! Luft!” rufen sie den Passanten zu. Hier hat jemand Tuberkulose. Übertrieben? Überhaupt nicht.

Dr. Micebase sah entgegen seiner Gewohnheiten heute morgen extrem schlecht aus. Als wäre das nicht schlimm genug, hatte er eine sehr gewissenhafte Schaffnerin erwischt.”Fällt Ihnen etwas an ihrem Fahrschein auf?” fragte sie. Ööhm… Dr. Micebase schaute durch seine kleinen Sehschlitze und drehte das Sachsen-Ticket hin und her, dann wendete er sich an die Kontrollörin: “Es wäre spitze, wenn Sie sich verpissen.” antwortete er nicht, denn hat er eine hervorragende Erziehung genossen. Er sagte “Nein.”

Der gilt erst ab 9 Uhr.” Ach was. Dr. Micebase schaute auf seine Rolex. Halb acht. Na sowas. Da passt ja noch ein ganzes Fussballspiel dazwischen. “Geben Sie mal bitte Ihren Ausweis.” Während der Doc kurz darauf eine Zahlungsaufforderung über 40 Euro entgegennahm, schauten ihn die anderen Fahrgäste so geringschätzig an, dass er am liebsten geweint hätte. Nichts ist armseliger, als ein Fahrgast ohne gültigen Fahrschein.

An solchen Tagen möchte der Doc am liebsten in Nährlösung eintauchen und erst wieder aufwachen, wenn alle dummen Menschen ausgerottet sind. Erstmal tröstet er sich aber mit einem unfassbar niedlichen Tierbildchen und schläft sich gesund.

Draußen schneit es seit Tagen in einem fort… Endlich genug Material für Dr. Micebase’ lebensbejahende Schneefiguren.

Prinzipiell hat Dr. Micebase nichts gegen Winter. Er bietet allerdings auch Nachteile, die nicht von der Hand zu weisen sind. Man muss seinen Körper unter Lagen von Kleidung verstecken, was es Frauen nicht mehr ohne weiteres ermöglicht, dessen V-Form zu erkennen. Erst nachdem Dr. Micebase durch charmante Plauderei das andere Geschlecht überzeugt hat, ihn mit nach Hause zu nehmen, hört er Sätze wie “Oh, nach dem Ablegen deiner Herrenjacke erkenne ich erst deine ausgeprägte Brustmuskulatur, Dr. Micebase.”. Gut so, Schätzchen. Besser spät als nie.

Ein weiterer bedeutender Nachteil eines schneereichen Winters ist sicher folgender Satz, den man besonders aus Mündern älterer Herren hört, die gerade Schnee schieben. “Ist das jetzt die Erderwärmung, von der sie im Fernsehen immer reden, Hajo?” Hohohoho. Oft hält Dr. Micebase an, gaukelt den Herren vor, ins Gespräch einsteigen zu wollen, um ihnen dann Schneebälle aus wenigen Metern an die Schläfe zu werfen, damit ein Umdenkprozess einsetzt.

Der Klimawandel ist durchaus keine Erscheinung, über die man in sächsischen Garageneinfahrten unmotivierte Witze zu machen berechtigt ist, vor allem, wenn man das eigene Wohnzimmer konstant auf 35 Grad hochheizt. Jeder kennt das doch von seinen Großeltern. Großmutter stellt zur Weihnachtszeit eine Schale saftiger Orangen ins Wohnzimmer, die Großvater durch unverhältnismäßiges Bedienen der Ölheizung im Nu zu kleinen Mandarinen zusammengeschrumpelt hat. Später kommt man ins Wohnzimmer der Großeltern und stöhnt “Uuääh, schon wieder Mandarinen.” Dabei wollte Oma Orangen anbieten, gegen die niemand etwas gehabt hätte.

Die einzigen, die sich aufrichtig über Schnee freuen, sind Kinder. Sie können 12 Stunden lang einen Rodelhang hinaufstürmen und hinunterrasen, ohne etwas zu trinken. Das Trinken übernehmen die Erwachsenen. Zum Beispiel auf Rodelhängen. Achtlos werfen sie dann ihre Bierflaschen weg und Kinder rodeln durch die Bierflaschen, schneiden sich die Oberschenkeladern auf und verbluten noch auf dem Hang.
Dr. Micebase, du bist ja ein perverses Schwein!

Nein, bin ich nicht. Ich habe nur das Schicksal des kleinen Felix in den Text eingeflochten.

dr. micebase

Dr. Micebase hat eine Blockade…

Liebe Fans,

zur Zeit hat die berüchtigte Schreibblockade Dr. Micebase im Griff…

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Erst wollte Dr. Micebase, der eine Art moralische Instanz ist, irgendwas mit diesem Bild anstellen, aber mehr als eine schale Kritik am Schönheitswahn ist nicht dabei herausgekommen. Peng…entfernt.

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Später nahm er an den Studentenprotesten teil und strebte eine Verquickung mit diesem tollen Kittihawk-Cartoon an. Aber das misslang gründlich…also wurde es entfernt.

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Am darauffolgenden Tag fuhr Dr. Micebase nicht wie gewöhnlich auf seiner Harley nach Hause, sondern nahm die Straßenbahn…bis dieser Herr beschloss, sich das Leben zu nehmen.

Sein Zustand ist mit alkoholisiert milde umschrieben und sein Vorhaben scheiterte daran, dass die Straßenbahn gerade an der Haltestelle stand, als er sich davorlegte. Dr. Micebase, der Stoff für eine einfühlsame Reportage witterte, wollte sich das Geschehen noch eine Weile ansehen, hatte er doch den Eindruck, als würde hier jemand Selbstmordabsichten vortäuschen, um auf seine Probleme aufmerksam zu machen. Der Freitodversuch vor einer stehenden Straßenbahn endet nämlich fast immer glimpflich.

Jedenfalls wollte auch aus dieser Geschichte nichts Richtiges werden und so hat Dr. Micebase einen Entwürfe-Aufguss angefertigt und hofft, dass er den Leuten wenigstens ein bisschen schmeckt.

Heute hat Dr. Micebase, in seinem tiefsten Inneren eigentlich ein fröhlicher Mensch mit ansteckender Heiterkeit, mal so richtig schlechte Laune. Er bildet damit den kompletten Gegensatz zu Guido Westerwelle, der immer gut drauf zu schein scheint und auch schon mal im Guidomobil durch die Gegend fährt und gute Laune aus dem Fensterladen wirft wie Bonbons.
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Jetzt muss man kein Prophet sein, um festzustellen, dass die Kombination aus unerschütterlicher guter Laune und Homosexualität Skepsis hervorruft, zum Beispiel wenn man sich dem russischen Regierungschef vorstellt.

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Ein entspannter Händedruck sieht anders aus. Auch Dr. Micebase hat sich frühzeitig gegen unerschütterliche gute Laune und Homosexualität entschieden, doch genau hier liegt das Problem. Diese Neigung zu Mundwinkeln Merkelscher Prägung, mit denen Dr. Micebase heute zu kämpfen hat, ist aufs Engste verwoben mit dem weiblichen Geschlecht. Denn während Dr. Micebase, der jeden Morgen die Wohnung verlässt und kurz der Zeltstadt vor seiner Haustür zuwinkt, in der sich gerade junge Damen aus ihren Schlafsäcken schälen und bei seinem Anblick kreischen, während jener Dr. Micebase offenbar keine Probleme hat, die uninteressanten Damen anzusprechen, meidet ihn sein Objekt der Begierde mit Leichtigkeit.

Sagte nicht schon Kafka einst:

„Auch ist das vielleicht nicht eigentlich Liebe, wenn ich sage, daß Du mir das Liebste bist; Liebe ist, daß Du mir das Messer bist, mit dem ich in mir wühle.“

Später hat sich herausgestellt, dass in Kafka vor allem die Tuberkulose gewühlt hat. Aber hat dieser feinsinnige junge Mann, dem sich Dr. Micebase in vielen Beziehungen verbunden fühlt, bis auf jene, dass Kafka nicht so ein begabter Schriftsteller war, nicht den Nagel auf den Kopf getroffen? Und ist heute nicht Sonntag, jener Tag, an dem besonders im November trübe Gedanken besser keimen als in einer holländischen Indoor-Plantage?

Ja, es ist so. Und außerdem klopft schon die nächste Woche an und die Wochen fliegen ja vorbei wie diese Krähenschwärme, die zur Zeit in Mode sind. Wo man hingeht, schwärmen schon lärmende Schwärme dunkler Aasfresser über die Köpfe und man kann nur die Daumen drücken, dass es nicht demnächst Kot regnet. Oft ist nämlich eine mit Krähenkot benetzte Jacke ein willkommenes Gesprächsthema bei Menschen, die einem nicht wohlgesonnen sind.

bild: bild.de

dr. micebase

Westerwelle plant Afghanistan-Abzug

…berichtet die BILD.

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Offenbar will man hier mit relativ einfachen Mitteln das Misstrauen der Einheimischen verringern.

dr. micebase

Dr. Micebase betreibt Leserservice…

Liebe Fans,

Dr. Micebase, erfolgreicher Onlinejournalist und Internetexperte, betritt jetzt eine rechtliche Grauzone und begibt sich für seine treuen Leser in Gefahr, weil er das Bild der Urologin einstellt, die letztens solchen Eindruck auf ihn gemacht hat. Allerdings nicht, um sie bloßzustellen, sondern um die außerordentliche Situation zu verdeutlichen, in der er sich befand, nämlich die Untersuchung des Hodensackinhalts durch eine Frau von vollendeter Schönheit, an deren Stelle Dr. Micebase eigentlich einen jungen überarbeiteten Assistenzarzt aus dem Ostblock erwartet hatte.

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Das ist übrigens kein Witz. Das ist sie wirklich.

dr. micebase

Dr. Micebase fährt Zug.

Selten hat man mit einem so vielschichtigen Publikum zu tun wie auf einer Reise quer durch Sachsen, den Fernverkehr der Deutschen Bahn nutzend.

Weitaus größte Gruppe der Zugreisenden sind Angehörige der Bundeswehr, erkennbar an ganz unterschiedlichen Merkmalen: der Rucksack in Flecktarn, gefüllt mir dreckigen Unterhosen und Socken, auf die zuhause schon die Mutter mit dem Kraftweichspüler wartet, mit dem sie in kürzester Zeit das Heimatdorf entlaubt hat. Bundeswehrsoldaten haben auch immer einen Laptop dabei, damit sie unterwegs nicht auf ihre schlechte Musik verzichten müssen und in dessen Bildschirm ihre Augen hineinzittern können, wenn eine schöne Frau das Abteil betritt. Währenddessen sagen Soldaten Sachen wie “Neulich hab ich mir achtzig Gig Mucke von nem Kameraden gezogen.” oder “Alter, das is ja gar nichts! Wir hatten Biwak im Januar bei -20 °C, das war übelst genial” und krümeln dabei auf ihre uncoolen Pullover.

Generell hauen sich Soldaten im Zug gern mal die Taschen voll. Oft wartet man auf lebhafte Erzählungen aus dem Kampfeinsatz, zum Beispiel “Neulich lagen wir eingegraben im Schnee, als an unserer Nachtwache ein wildgewordenes 400 Mann starkes polnisches Faschistenkorps durchbrechen wollte.”. Oder “Taliban! Überall Taliban! Ich war eingekesselt. Irgendwann habe ich aus meinem Flachmann einen Brandsatz gebastelt und versucht, die Bärte zu treffen.” …stattdessen berichten Soldaten in der Regel vom Kampfeinsatz gegen Ronnys mitgebrachten Pflaumenlikör.

Dann sitzen auch eine Menge BWL-Studenten in den Zügen, die nach Hause fahren, weil DJ Silvio endlich wieder im Kulturhaus auflegt. Solche Studenten sagen Sachen wie “Du, ich sitz schon im Zug, die Vorlesung ist ausgefallen, weil der Dozi krank war.” und spontan will man anmerken, dass man sich bei der Verwendung des Wortes “Dozi” gefährlich weit in den Grenzbereich der Heterosexualität hineinwagt. Meist lässt man die anderen aber in Ruhe, weil der Blick längst den Nationalsozialisten im Abteil erspäht hat.

Erkennbar an uncoolen Pullovern mit Viking- oder Sleipnir-Audruck, würde man auch hier am liebsten etwas anmerken, zum Beispiel, dass die Wikinger, die der Nazi offenbar gut findet, wahrscheinlich gar keine Verwendung für so einen zusammengekehrten Haufen Scheiße gehabt hätten.
Sicherlich ist das platte Polemik, aber je länger man die Gesichtszüge eines solchen Menschen betrachtet, desto schlechter wird die Laune. Segelohren, Geheimratsecken, dümmlicher Blick – schnell wird klar: hier haben sich vor der Wende offenbar zwei Alkoholiker gepaart.

Lassen wir den Blick weiterschweifen auf die letzte große Gruppe sächsischer Zuginsassen…Touristen… Natürlich fällt es sofort auf, wenn in einer Gegend wie Sachsen, in der traditionell eine Form der Rülpssprache gesprochen wird, irgendein Schnösel seinen Piccolo auspackt und den ganzen Zug mit Lebensweisheiten unterhält. Hier steckt man sich besser gleich einen Finger ins Ohr, bevor einen Äußerungen wie “Aber freundlich sind die Menschen hier…” erreichen, die er genauso vor einem Jahr im Thailand-Urlaub getätigt hat.

Empfehlenswert ist natürlich immer das Hören von Musik und rasches Einschlafen…bis man zuhause auf das Gleis tritt und schon wieder seufzen möchte. Na klar, der Nazi ist mit mir ausgestiegen, weil er in meiner Gegend wohnt, aha. Vor dem Bahnhof zündet man sich frustriert eine Zigarette an und ignoriert die Heerscharen von Berufsschülerinnen mit ihren gefärbten Strähnchen. Stattdessen redet man sich immer wieder ein, dass Großstadtarroganz etwas furchtbares ist und endlich unterdrückt werden sollte.