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Sehr geehrte Damen und Herren,

der Doc hat gerade mal zurückgerechnet und festgestellt, dass der letzte Beitrag satte sechs Wochen alt ist. Er will auch nicht darauf eingehen, dass jener letzte Beitrag unbeholfen vor sich hin holperte wie ein mit einem Stützkorsett bekleidetes Kind.

Der Chemielehrer des Docs war so ein Kind und ein echter Sonderling. Immer erzählte er, dass er bis ins Alter von neun Jahren eingegipst im Bett liegen und Lebertran trinken musste. Dabei legte er eine gruselige Märchenerzählerstimme auf. Die Klasse schaute in solchen Momenten betreten nach unten und puhlte sich die schwarzen Ränder unter den Fingernägeln weg.

Schlimmer als nerdige Chemielehrer sind aufgewärmte Anekdoten aus der eigenen Schulzeit. Der Doc weiss das. Seine mit spannenden Abenteuern recht sparsam durchsetzte Schulzeit dürfte von nahezu jedem Schüler getoppt werden und sei es auch vom dümmsten Baubudenrülps. Sprechen heutige Oberschüler von früher, dann formulieren sie Sätze wie “Einmal haben wir in der Neunten im tschechischen Skilager die Peggy gesandwicht.” und lügen dabei nicht. Im krassen Gegensatz dazu hat der Doc in der neunten Klasse unbemerkt den Sachsenrekord im Onanieren gebrochen.

Die Germanistikstudenten unter den Lesern merken, wie sich der Doc gerade von Absatz zu Absatz hangelt wie ein ausgemergelter Spargeltarzan, der nach Lianen greift und manchmal fürchterlich danebenlangt. Allerdings muss man Nachsicht walten lassen, ihm die Möglichkeit geben, wieder reinzukommen. Besucht man nach langer Zeit die Eltern und hat seit längerem kein Kraftfahrzeug mehr bewegt, nimmt man sich ja auch nicht Vaters Autoschlüssel und fährt mit quietschenden Reifen aus der Garage. Man fummelt erstmal am Sitz rum und stellt die Spiegel ein und nach ein paar Minuten auf der Landstraße gewinnt man an Sicherheit und wird schneller. Auch der Doc tritt irgendwann wieder beherzt auf’s kreative Gaspedal.

Es ist der immer gleiche Singsang, der euch erfreut wie sonst nur wenige Sachen: Der Doc ist wieder da. Hurra.

dr. micebase

sommerhippiepack

Gerade der Umstand, dass der Doc auch spaßfreie Tage kennt, lässt ihn in der Gunst der Frauen steigen, schließlich kann niemand ernsthaft Interesse an den Kerlen haben, die derzeit Seen und Parks bevölkern. Marke: Wir spannen ein Seil zwischen zwei Bäumen und balancieren oberkörperfrei durch die Gegend, während wir unaufhörlich gut drauf sind.

Hier wird eine unkritische gute Laune zur Schau gestellt, die einem Ekel abnötigt. Gleiches gilt für Jongleure und alle anderen, die sich und ihre Kleinstkunst scheinbar gedankenverloren auf öffentlichen Plätzen zeigen, dabei aber ständig wie Fische im Aquarium aus den Augenwinkeln glotzen, um herauszufinden, ob irgendjemand staunt.

dr. micebase

Wetter schlecht. Stimmung schlecht.

Der Doc sehnt sich nach Sonnenschein.

dr. micebase

dr micebase cuts his hair.

Von Zeit zu Zeit erreicht das Haar gewisse Längen. Es wellt über die Ohren, es lockt in den Nacken hinab und der Grenzbereich zwischen Sexappeal und Unattraktivität wird für Dr. Micebase so schmal wie ein Skalpell.

Grund genug, für Abhilfe zu sorgen und schleunigst ins ‘Haarstudio Anita’ zu eilen. Einen Termin braucht man nicht, hier ist immer ein Plätzchen frei. Hier schneiden noch Fachkräfte mit DDR-Gesellenbrief Betonfrisuren für 8 Euro. Mag sein, dass man sich nach dem Verlassen dieses Haarstudios eine Woche unwohl fühlt, aber man wird trotzdem nicht untreu, denn hier saugt man das Lebensgefühl eines ostdeutschen Sozialbrennpunkts ein wie den heissen Atem eines Alkoholikers.

Junge Menschen rümpfen die Nase. “Besuch doch lieber ein Szenehaarstudio, Dr. Micebase. In deiner Stadt gibt es so viele hippe Salons.” Pah! So einen Blödsinn können auch nur individualisierte Mittzwanziger des 21. Jahrhunderts daherschnattern. Es mag vielleicht Geschäfte geben, in denen Friseure einem die wichtigsten Trends des Jahres auf die Kopfhaut praktizieren, aber erstens bezahlt man für so einen Herrenschnitt schnell 25 Euro und zweitens sitzen dort überall Snobs Marke digitale Bohème mit aufwändig inszenierten Strubbelfrisuren.

Bei Anita wiederum sitzen zauberhafte Rentnerinnen und plaudern ohne Punkt und Komma. Amüsiert lauscht man. “Ich habe mir überlegt, dass ich lieber Dienstags kommen würde. Mittwochs gehe ich immer zum REWE.” Man nickt, denn diese Frau hat so recht. Wie schnell verliert man als Seniorin beim Einkaufen die Zeit aus den Augen und streift mir nichts, dir nichts zwölf Stunden durch den Supermarkt? Wenn dann noch der Uhrzeiger signalisiert, dass man einen Friseurtermin bei Anita hat, kommt Hektik auf und klick, klack, springt das künstliche Hüftgelenk aus der Pfanne.

Was außerdem für Anita spricht, sind diese ungezwungenen Gespräche, die einem die Friseuse um den Hals bindet. “Ist doch wieder ein Wetterchen was?” “Ja, ziemlich warm.” “Wurde auch wieder Zeit, nicht wahr?” “Ja.” “Soll ich ihnen ein Spezialkonzentrat gegen ihre Schuppen mitgeben?” “Habe ich Schuppen?” Wie wohltuend direkt diese Ansage aus dem Mund einer sächsischen Vierfachmutter ist. Hier wird noch ohne Drumherum offen mit der Sprache rausgerückt. Oftmals sagen Westdeutsche ja, sie könnten die direkte ehrliche Art aus den Mündern von Ostdeutschen nicht leiden. Der Doc empfindet sie als nicht störend.

Er weiss jetzt, dass seine Kopfhaut schuppt. Er trägt jetzt eine Haarfrisur, die man klassisch nennen könnte. Er muss sich jetzt eine Woche schämen. Es gibt Schlimmeres.

Es gibt so viele Blogs und es gibt so viele Menschen. Oft schleicht sich ein unbedeutender Mensch dazwischen, also gibt es auch manch uninteressanten Blog. In einer Art Selbstexperiment hat Dr. Micebase in den letzten Wochen versucht, sich in einen unbedeutenden Menschen hineinzuversetzen und uninteressantes Zeug zu posten. Dies gelang ihm nicht.

Einige haben vielleicht gemerkt, dass sich die Frequenz der Beiträge leicht unterhalb der “Täglich”-Marke eingepegelt hatte. Ausschlaggebend dafür war die enorme geistige Anstrengung, die Dr. Micebase aufbringen musste, um uninteressant zu sein. Einmal verwendete er ein Tierbildchen und meinte, dass dies der Zeitpunkt sei, an dem die Stimmung kippen müsse. Offenbar unterschätzte er seine Leser, die alle verzückt ihr Kinn in die Hände legten und “Ooohr” sagten.

Heute kam ihm das hier unter die Augen:

Der Doc muss feststellen, dass Tierbildchen überhaupt nicht uninteressant sind, im Gegenteil. Sie können hervorragend einen guten Artikel untermalen. Man müsste nur drunter schreiben, dass sich bei dieser wochenlangen Kälte selbst Pinguine nur noch in Sweatshirts auf die Straße trauen.
Schon hat man die Lacher auf seiner Seite, die Mädels wieder im Arm, die Jungs zu respektvollem Neid genötigt. Der Doc wird sich jetzt wieder darauf beschränken und nicht mehr in Revieren wildern, in denen er nichts verloren hat.

Leider genießt der Beruf des Rettungsschwimmers in strukturschwachen asiatischen Ländern nicht den Stellenwert, den er in Deutschland hat. Dabei sind die Voraussetzungen, die ein männlicher Bewerber mitbringen muss, wahrlich keine Hürde. Er muss in guter körperlicher Verfassung sein und passabel schwimmen können. Wichtig ist darüber hinaus eine gut sichtbare Tripperpfeife.

dr. micebase

Dr. Micebase hat eine Blockade…

Liebe Fans,

zur Zeit hat die berüchtigte Schreibblockade Dr. Micebase im Griff…

bild

Erst wollte Dr. Micebase, der eine Art moralische Instanz ist, irgendwas mit diesem Bild anstellen, aber mehr als eine schale Kritik am Schönheitswahn ist nicht dabei herausgekommen. Peng…entfernt.

kittihawk 343_faecherkombination

Später nahm er an den Studentenprotesten teil und strebte eine Verquickung mit diesem tollen Kittihawk-Cartoon an. Aber das misslang gründlich…also wurde es entfernt.

suffi

Am darauffolgenden Tag fuhr Dr. Micebase nicht wie gewöhnlich auf seiner Harley nach Hause, sondern nahm die Straßenbahn…bis dieser Herr beschloss, sich das Leben zu nehmen.

Sein Zustand ist mit alkoholisiert milde umschrieben und sein Vorhaben scheiterte daran, dass die Straßenbahn gerade an der Haltestelle stand, als er sich davorlegte. Dr. Micebase, der Stoff für eine einfühlsame Reportage witterte, wollte sich das Geschehen noch eine Weile ansehen, hatte er doch den Eindruck, als würde hier jemand Selbstmordabsichten vortäuschen, um auf seine Probleme aufmerksam zu machen. Der Freitodversuch vor einer stehenden Straßenbahn endet nämlich fast immer glimpflich.

Jedenfalls wollte auch aus dieser Geschichte nichts Richtiges werden und so hat Dr. Micebase einen Entwürfe-Aufguss angefertigt und hofft, dass er den Leuten wenigstens ein bisschen schmeckt.