04.11.2009
Dr. Micebase wagt sich in die Urologie…
Liebe Fans,
eigentlich ist Dr. Micebase kein Kind von Traurigkeit, wenn es sich aber um unangenehme Symptome im Schambereich handelt, wird selbst Dr. Micebase zu einem Feigling. Über Wochen und sogar Monate zogen sich diese Probleme schon hin und Dr. Micebase entschied sich erst heute morgen, die Urologische Ambulanz der XxX-klinik XxX aufzusuchen.
Im riesigen Neubau verlief er sich und musste von einem Zivildienstleistenden, den er um seinen gesunden Körper beneidete, erklärt bekommen, wo die unaussprechliche Station liegt, die Urologie, die Hölle. Auf dem Weg dahin war Dr. Micebase klar, dass er hier und heute die einzig mögliche Diagnose bekommen würde, die er auch von Dr. Google schon erhalten hat, nämlich Krebs. Ja, das hört sich schlimm an und das ist es auch. Krebs.
Die Empfangsame, der er flüsternd entgegenhauchte, er wolle da mal was abklären im Bereich der Hoden, blies ihm entgegen…”Hodenschmerzen? Seit wann denn?”…”Seit ein paar Wochen, mal sind sie da, mal gehen sie wieder.” Das Wartezimmer nahm am Gespräch teil. “Seit ein paar Wochen? Das ist aber nicht gut!”
Ja, danke. Dr. Micebase bekam einen Plastebecher für die Urinprobe. “Ich war aber vorhin erst, das wird sicher dauern.”, erklärte er und bekam zur Antwort, dass er ohnehin mit mehreren Stunden Wartezeit rechnen muss, immerhin hielt er es ja auch nicht für nötig, zum Hausarzt zu gehen und mit einem Überweisungsschein vorstellig zu werden, so wie das normal sei. Viel müsse aber ohnehin nicht in den Becher, da müsse nur ein Teststreifen reingehalten werden. Dr. Micebase sah ihn schon vor sich, den Teststreifen, ein kleines Stück Papier, auf dem sich bei Kontakt mit seinem Urin ein Totenkopfzeichen bildet…
Zwei Stunden saß er bereits im Wartebereich und immer wieder schwebte eine junge Frau im weißen Kittel vorbei, die unheimlich schön geschnittene Gesichtszüge besaß. “Ist das etwa die Ärztin?”, dachte sich Dr. Micebase. Nein, das kann nicht sein. Unmöglich.
Doch sie war es. Als Dr. Micebase ihr Zimmer betrat, nahm er auch eine Krankenschwester wahr, die keine Anstalten machte, den Raum zu verlassen. Vielmehr kam kurz darauf eine dritte Frau herein und nahm Platz. Dr. Micebase, sonst eigentlich nicht zimperlich, wurde unwohl zumute. Nach einem kurzen Interview fielen dann furchtbare Worte aus dem Mund der schönen Ärztin: “Bitte legen sie die Hoden frei.”
Ähähähähähähähä….muss das sein? Können sie nicht durch die Hose tasten? Ist das überhaupt nötig, immerhin haben wir uns doch gerade so nett unterhalten, sie haben sogar über einen meiner Witze gelacht…
Doch Dr. Micebase musste. Mit runtergelassener Hose stand er vor einer jungen Assistenzärztin, die auf einem Drehstuhl vor ihm saß und ausgesprochen grob wurde. Mit ihren Fingern tastete sie ein wenig herum, um schließlich aus ihrer Hand einen Schraubstock zu formen. Was folgte, war ein Feuerstoß, der durch den Körper schoss.
Später musste sich Dr. Micebase hinlegen, längst jedes Selbstbewusstseins beraubt, doch die schöne Assistenzärztin hatte Mitleid mit ihm und schmierte sein Geschlecht mit einem kühlenden Gelee ein. Ultraschall. Schnell bildeten sich Schweißperlen auf der Stirn und der Blick wanderte abwechselnd zwischen Monitor und Assistenzärztin hin und her. Noch war sexuelle Erregung ausgeschlossen, immerhin hatte Dr. Micebase in seinen Augen immer noch Krebs. Doch dann sagte sie “Also einen Tumor kann ich ausschließen, Dr. Micebase.” und kurz danach wischte sie mit einem Papiertuch das Gelee weg, ausgesprochen fingerfertig und Dr. Micebase befand sich auf einmal im (von seiner Seite) etwas unentspannten Small Talk mit einer bildschönen Ärztin, die seinen Hodensack mit einem Papiertuch abrieb. Hier kann es durchaus zu unangenehmen Situationen kommen, was nur durch den Satz “Ich glaube vielmehr, dass sie einen Leistenbruch haben.” verhindert wurde.
Zeit, sich über Definition und Folgen eines Leistenbruches Gedanken zu machen, blieb nicht. Schon stampfte die burschikose Oberärztin herein, die gerufen wurde, um die Diagnose zu bestätigen. Ohne viel Aufhebens griff diese Oberärztin mit vierhundert Kilo Druck in die schmerzende Stelle, sagte “Jawoll, das ist ein Leistenbruch” und sah ihm in seine tellergroßen Augen.
“Der ist zwar nur klein, aber trotzdem sollte der irgendwann mal operiert werden. Besser wird der nämlich nicht.”
Sweet Text!
Ich könnt mir auch mal wieder die Eier quetschen lassen…
Hammertext!
Konnte denn das Gemächt überzeugen und sie hat dir ihre Nummer gegeben?
Leider nein. Sie hat nur die ganze Zeit irgendwas gemurmelt von “…unfassbar…wie kann ein normaler Körper sowas durchbluten?”…
das kenne ich von meiner musterung! der arzt verglich die situation laienhaft mit den flugfähigkeiten einer hummel. physikalisch schien es ihm unmöglich, dass ich nicht ohnmächtig werde, und doch geht es…
verschwinde, du aufschneider. ich hab nen leistenbruch. kann bitte jemand irgendwas liebes sagen?
schön…
aber irgendwie komisch wer alles in meinem bekanntenkreis einen leistenbruch hat. ich sollte vorsichtig sein!
Armer, armer Dr. Micebase!