23.11.2011
23.11.2011
16.02.2011
taktik:
mit trivialen posts den leser wieder an micebase.de heranführen.
heute:
03.11.2010
hmmm…
“Butch, der Fernfahrer”, jenes Epos um einen sensiblen Lastkraftwagenfahrer, musste sich im Voting einen Wert von 16 % Nein-Stimmen gefallen lassen. Sicherlich ist der Doc keiner, der sich deswegen in den Schmollwinkel zurückzieht und die Unter- vor die Oberlippe schiebt. Trotzdem kommt er ins Grübeln.
Vielleicht fetzt eine andere Geschichte mehr, zum Beispiel die Geschichte eines ostdeutschen Pendlers, den alle nur beim Spitznamen rufen und der beruflich viel in der Schweiz unterwegs ist. “Futch, der Bernfahrer.” Aaaaaaahahahaha.
Nach diesem launigen Kalauer wäre jeder weitere Witz nur dünner Aufguss.
25.10.2010
butch, der fernfahrer.
Butch war Trucker in Amerika. Er trug einen langen Bart, mit dem er manchmal in der Kabinentür hängenblieb. Er fuhr einen 40-Tonnen-Kenworth von Delaware nach Eugene/Oregon. Manchmal war ihm danach und er fuhr die ganze Strecke nackt.
Einmal hielten sie ihn in Iowa an, der Polizeiwagen stand versteckt hinter einem Rind. Sie fragten ihn, warum er ohne Kleidung fuhr und Butch sagte “Der Schalter für die Standheizung ist kaputt.” Die beiden Cops spürten, dass er log und teaserten ihn. Sie jagten das Stromkabel genau über die Lippe und 240 000 Volt prüften Butchs Herzmuskel. Irgendwann hatten sie Erbarmen. “Du kannst weiterfahren, Kumpel. Wir wissen aber nicht, wie die Kollegen in Wyoming reagieren werden, die sind alle schwul da drüben.” Die beiden lachten ein Amerikanerlachen, sie öffneten den Mund weit und ließen die Köpfe in den Nacken fallen. Butch lachte verhalten mit und leckte seine Teaserwunde. Sie schmeckte ein bisschen wie Burgerfleisch, das jemand auf dem Grill vergessen hatte. “Not too bad.” dachte er und leckte bis Oregon daran.
Nachdem er Eugene erreicht und seine Ladung Knopfzellen abgeschüttet hatte, kam er gutgelaunt auf den Gedanken, Daisy zu besuchen, die in einem nahe gelegenen Truck Stop arbeitete. Daisy war eine Mittvierzigerin mit enormem Busen, der die Kaffeekanne an die Hand gewachsen war. Sie liebte Butch seit dem Tag, an dem er das erste Mal ihren Laden betrat. Irgendwann gestand sie ihm, dass sie verliebt sei. Er lehnte ab und begründete es mit seiner Freiheit, die er zum Überleben brauchte. Daisys Schmerz saß tief, doch sie verstand, dass Butch unterwegs sein musste, um mit den Elementen eins zu sein, zum Beispiel mit dem Element Luft, wenn er sich am Fenster einen Zug holte.
Durch die Glastür des Truck Stops sah Daisy den Kenworth um die Ecke biegen. Butch thronte darin mit seinem dichten schwarzen Vollbart, in dem sich eine kleine weiße Reihe hübscher Zähne zu einem Lächeln formte. Butch achtete sehr auf sich. Er hupte, gab ein Lichtsignal und trat ein. Daisy freute sich, doch zeigte es nicht. “Ich habe seit Delaware das Gaspedal in den Radkasten getreten, nur um dich zu sehen.” sagte er und der Kaffee in Daisys Hand kochte auf. “Und ich dachte, du kämst wegen der Knopfzellen nach Eugene, du Aufschneider.” sagte sie. Beide lachten herzlich. Butch liebte ihre markigen Worte. Mit seinem delawareschem Charme, mit dem er auf der High School alle Cheerleaderinnen überzeugte, unbedingt von ihm unter der Stahlrohrtribüne der Turnhalle geliebt zu werden, gewann er bei Daisy keinen Blumentopf. Er bestellte einen Kaffee, schwarz wie Erdöl, nur dicker. “Wie läuft’s, Kleine?” fragte er. Sie erzählte von ihrer kranken Mutter, den Geldproblemen und ihrem Sohn, der Schwierigkeiten in der Schule hatte. Das tat sie mit einer Würde und Stärke, die auf Butch keinen geringen Eindruck machte. „Frauen können soviel auf sich nehmen und klagen dennoch selten“, dachte er und machte ihr einen Kussmund. Sie kicherte schüchtern zurück.
Butch war ein Bär von einem Mann, aber doch war er einfühlsam und in zwischenmenschlicher Hinsicht zärtlich wie nur Wenige. Er plauderte mit Daisy und stärkte sie mental, doch er verlor kein Wort über sein eigenes Gefühlsleben. Er verschwieg, dass er manchmal in seinem Fahrerhaus einsam war und gelegentlich, wenn Bob Dylan lief, auf sein Multifunktionslenkrad weinte. Einige Tasten funktionierten schon nicht mehr. Er war sensibel. Manche nannten ihn einen Truckerpoeten, doch sie meinten es nicht böse. Es wurde einander zugeraunt, wenn er durch die Truck Stops des Landes lief. „Butch ist stark wie ein Bär,“ sagte mal einer, „aber sein Herz ist wie das Herz einer Frau.“ Der, der das sagte, hieß Chad und stammte aus Tallahassee. „Auf einige wirkt das vielleicht homosexuell, aber ich sage euch for fucks sake, wenn alle Homosexuellen so sind, dann will ich verdammt noch mal homosexuell sein.“ Als Butch aus Eugene/Oregon abfuhr, ließ er eine zufriedene Daisy zurück. Ihr war weniger schwer ums Herz und sie liebte ihn heftiger als je zuvor.
Wir sollten nicht verschweigen, dass nicht nur Daisy ein Auge auf ihn geworfen hatte. Im Grunde hatte er Verehrerinnen in jedem Bundesstaat. Lediglich in der Mitte Amerikas gab es Kellnerinnen, die Männer bevorzugten, denen ab und zu die Hand ausrutscht oder die beim Sex mit ihren Colts in die Schrankwand schießen. (to be continued…)
soll dr. miesepeter "butch, der fernfahrer" fortsetzen?
- Ja, Doc. Butch ist geil und du bist geil. (83%, 44 Votes)
- Nein, Doc. Butch ist scheisse und du bist geil. (17%, 9 Votes)
Total Voters: 53
08.10.2010
Dr. Micebase untersucht Klassiker der Literatur.
Der Herbst färbt die Blätter an den Bäumen bunt. Später fallen sie herunter. Ein Umstand, der nicht weiter neu ist. Schon unseren Vorfahren im Mittelalter fielen beim Galopp durch den Herbstwald immer wieder bunte Blätter durch den Sehschlitz ihrer Ritterrüstung. Diese füllte sich von innen immer weiter mit Laub und viele Ritter erstickten. Weil dieser Stahl-Overall eine enorme Steifigkeit besaß, galoppierten die toten Ritter aufrecht sitzend oft noch monatelang durch’s Land.
Aus den Pferden wurden Wildpferde, die sich an Flusssenken trafen und tranken. Abends kam manchmal ein Herbstgewitter und schlug in den Ritter ein, dann glühte die Rüstung und das Pferd rannte erschrocken herum. Für die ungebildete Landbevölkerung ein willkommener Anlass, Mythen zu erfinden: Man saß zu zwölft am Tisch in seiner Vier-Quadratmeter-Wohnung, löffelte Wassersuppe und plötzlich ritt ein glühender Ritter am Fenster vorbei. Zu zwölft grübelte man und kam zum Ergebnis, nicht zu wissen, was das eben war.
So entstand im Laufe der Zeit die Sage vom Erlkönig. Goethe, der Anfänger, machte ein Gedicht draus. Jeder kennt es. Ein Vater ritt mit Sohn im Arm durch die Gegend und das Ergebnis war ausgesprochen unschön. Der Erlkönig sprach zum Filius, dieser bekam es mit der Angst zu tun und starb an irgendwas.
“Siehst Vater du den Erlkönig nicht?” fragte er vorher in altkluger Formulierung, aber das war, wie erwähnt, nur ein Pferd mit elektrisch aufgeladener Rüstung. Der Vater verdrehte entsprechend genervt die Augen und schloss dem Kleinen das Visier, denn damals trugen auch Kinder kleine Stahlrüstungen, wie putzig. Ein herabfallendes Ahornblatt verdeckte die Lufteinlässe und es erstickte. That’s all.
29.09.2010
liebloser text, um luke perrys fresse nach unten rutschen zu lassen.
Der sensible dream boy, der im Folgenden Doc genannt wird, saß die letzten Wochen am Fenster und wartete auf gutes Wetter. Seine Stirn lehnte an der Scheibe, sein Atem kondensierte am Glas, worauf er mit dem Finger eine kleine Sonne hinein malte, aber es regnete und regnete. Es war auch ziemlich kalt. Gegessen wurde kaum, manchmal legte er eine Vitaminbrausetablette auf seine Zunge. Dann blubberte es aus seinem Mündchen in sein dunkles Zimmer hinein.
Warum legte er denn eine Brausetablette auf seine Zunge?, fragen Leser, denen jede Phantasie fehlt und der Doc erklärt es: Ohne Vitamine geht das Zahnfleisch zurück. Er befand sich ja nicht auf einem Segelschiff im Mittelalter, wo Seefahrer solange mit Pökelfleisch gefüttert wurden, bis ihnen, als sie gegen den barbarischen Kapitän meutern wollten und ihn anschrien, die Zähne herausfielen wie Glasmurmeln aus einer Schülerhose. Dann verschlechterte sich die Position der Seeleute enorm, der Kapitän wich zurück und sagte “Uuääh” und peitschte mit seiner Peitsche die Zähne von Deck. Die hinterherfliegenden Möwen schnappten danach und fielen tot ins Wasser, denn verfaulte Matrosenzähne sind ein ziemlich ungesunder Snack. Sie taugen höchstens als Bernsteinimitat für selbstgebastelte Halsketten.
Der Doc wollte nicht, dass seine Zähne auf’s Fensterbrett klackern. Der Doc wollte Sonne. Einmal, als es zwei drei Tage am Stück warm war, es muss im August gewesen sein, da ging er an den Badesee und wäre fast ersoffen. Er durchpflügte das Wasser wie ein Schaufelraddampfer und plötzlich wurde er in den Armen schwach. Es fühlte sich an, als hätte ihm jemand einen Gürtel um den Brustkorb geschnallt oder einen Aal, der Doc schaute ans Ufer und dachte “Ist das weit….”
Das war eine Nahtoderfahrung, wie sie unsere Jungs in Afghanistan auch nicht spannender haben, wenn neben ihnen eine Nagelbombe explodiert. Der Unterschied ist nur, dass unsere Jungs nach der Rückkehr ständig eine Kleenex-Packung mitschleppen, während der Doc einfach ein verwegener Typ bleibt. “Das ist nicht fair, Doc. Unsere Jungs kämpfen am Hindukusch für unsere Freiheit.” sagt Angela Merkel, die sich gerade mit einem Spanngurt ihren Büstenhalter festzurrt und dem Doc zärtlich am Ohrläppchen knabbert.
“Ihgitt, Doc.” Das ist ja ekelhaft. Der Doc zuckt mit den Achseln und sagt “Mich erregt eben ihre Macht.”
05.08.2010
it’s been a bad day
Tiefe Furchen durchziehen heute die Stirn des Docs, richtige Luke-Perry-Stirnfalten, denn der Doc hat miese Laune.
Hier haben wir den Luke. Er trägt so eine Plastefrisur, wie man sie früher den Lego-Männchen falschrum aufgesetzt hat, so dass sie nichts mehr sehen konnten. Ausserdem trägt Luke Perry seine amtlichen Stirnfalten zur Schau, auf die die Mädchen weltweit standen. Nur wenige fanden den blöden Brandon gut. Noch weniger mochte die Welt seine doofe Schwester Brenda. Bei der Namensgebung achteten die Serienmacher auf größtmögliche Beknacktheit. “Brandon und Brenda träumten in ihrer Pubertät von einem Branding.” “Brandon liebte seine Schwester in der kalifornischen Brandung.” Hier bieten sich Wortspiele an, wie man sie in solcher Fülle selten findet.
Es stimmt den Doc milde, dass auch ein Luke Perry kein Konservierungsmittel besitzt, das seine Schönheit ewig festhält. Stattdessen sieht Luke Perry sogar ziemlich verbraucht aus.
Das ist alles völlig uninteressant und wer genau aufgepasst und sich von den Gedankensprüngen des Docs nicht aus dem Sattel werfen lässt, wird sich erinnern, dass der Doc heute eine ziemlich üble Laune hat. Es liegt daran, dass er seinen heiligen MP3-Player verlegt hat. Es liegt auch daran, dass er gestern auf einem Autorücksitz Tzatziki gegessen und auf seine schwarze Hose gekleckert hat. Wenn man einen Tzatzikifleck mit Spucke entfernen will, nimmt er eine gräuliche Farbe an und erinnert an getrocknetes Sperma. Sowas kann einem die Laune verhageln und den ganzen Tag vergällen.*
* Aufmunternde Worte im Kommentarfeld werden nicht gelöscht.
23.07.2010
doc quits the quit.
Sehr geehrte Damen und Herren,
der Doc hat gerade mal zurückgerechnet und festgestellt, dass der letzte Beitrag satte sechs Wochen alt ist. Er will auch nicht darauf eingehen, dass jener letzte Beitrag unbeholfen vor sich hin holperte wie ein mit einem Stützkorsett bekleidetes Kind.
Der Chemielehrer des Docs war so ein Kind und ein echter Sonderling. Immer erzählte er, dass er bis ins Alter von neun Jahren eingegipst im Bett liegen und Lebertran trinken musste. Dabei legte er eine gruselige Märchenerzählerstimme auf. Die Klasse schaute in solchen Momenten betreten nach unten und puhlte sich die schwarzen Ränder unter den Fingernägeln weg.
Schlimmer als nerdige Chemielehrer sind aufgewärmte Anekdoten aus der eigenen Schulzeit. Der Doc weiss das. Seine mit spannenden Abenteuern recht sparsam durchsetzte Schulzeit dürfte von nahezu jedem Schüler getoppt werden und sei es auch vom dümmsten Baubudenrülps. Sprechen heutige Oberschüler von früher, dann formulieren sie Sätze wie “Einmal haben wir in der Neunten im tschechischen Skilager die Peggy gesandwicht.” und lügen dabei nicht. Im krassen Gegensatz dazu hat der Doc in der neunten Klasse unbemerkt den Sachsenrekord im Onanieren gebrochen.
Die Germanistikstudenten unter den Lesern merken, wie sich der Doc gerade von Absatz zu Absatz hangelt wie ein ausgemergelter Spargeltarzan, der nach Lianen greift und manchmal fürchterlich danebenlangt. Allerdings muss man Nachsicht walten lassen, ihm die Möglichkeit geben, wieder reinzukommen. Besucht man nach langer Zeit die Eltern und hat seit längerem kein Kraftfahrzeug mehr bewegt, nimmt man sich ja auch nicht Vaters Autoschlüssel und fährt mit quietschenden Reifen aus der Garage. Man fummelt erstmal am Sitz rum und stellt die Spiegel ein und nach ein paar Minuten auf der Landstraße gewinnt man an Sicherheit und wird schneller. Auch der Doc tritt irgendwann wieder beherzt auf’s kreative Gaspedal.
Es ist der immer gleiche Singsang, der euch erfreut wie sonst nur wenige Sachen: Der Doc ist wieder da. Hurra.
11.06.2010
sommerhippiepack
Gerade der Umstand, dass der Doc auch spaßfreie Tage kennt, lässt ihn in der Gunst der Frauen steigen, schließlich kann niemand ernsthaft Interesse an den Kerlen haben, die derzeit Seen und Parks bevölkern. Marke: Wir spannen ein Seil zwischen zwei Bäumen und balancieren oberkörperfrei durch die Gegend, während wir unaufhörlich gut drauf sind.
Hier wird eine unkritische gute Laune zur Schau gestellt, die einem Ekel abnötigt. Gleiches gilt für Jongleure und alle anderen, die sich und ihre Kleinstkunst scheinbar gedankenverloren auf öffentlichen Plätzen zeigen, dabei aber ständig wie Fische im Aquarium aus den Augenwinkeln glotzen, um herauszufinden, ob irgendjemand staunt.





