dr. micebase

dr micebase cuts his hair.

Von Zeit zu Zeit erreicht das Haar gewisse Längen. Es wellt über die Ohren, es lockt in den Nacken hinab und der Grenzbereich zwischen Sexappeal und Unattraktivität wird für Dr. Micebase schmal wie ein Skalpell.

Grund genug, für Abhilfe zu sorgen und schleunigst ins ‘Haarstudio Anita’ zu eilen. Einen Termin braucht man nicht, hier ist immer ein Plätzchen frei. Hier schneiden noch Fachkräfte mit DDR-Gesellenbrief Betonfrisuren für 8 Euro. Mag sein, dass man sich nach dem Verlassen dieses Haarstudios eine Woche unwohl fühlt, aber man wird trotzdem nicht untreu, denn hier saugt man das Lebensgefühl eines ostdeutschen Sozialbrennpunkts ein wie den heissen Atem eines Alkoholikers.

Es dauert nicht lange und trendbewusste Menschen sagen Sachen wie “Besuche doch lieber ein Szenehaarstudio, Dr. Micebase, in deiner Stadt gibt es massig hippe Salons.” Pah! So einen Blödsinn können auch nur individualisierte Mittzwanziger des 21. Jahrhunderts daherschnattern. Natürlich mag es Geschäfte geben, in denen Friseure einem die wichtigsten Trends des Jahres auf die Kopfhaut praktizieren, aber erstens bezahlt man für so einen Herrenschnitt schnell 20 Euro und zweitens sitzen dort überall Snobs Marke digitale Bohème mit aufwändig inszenierten Strubbelfrisuren.

Bei Anita wiederum sitzen zauberhafte Rentnerinnen und plaudern ohne Punkt und Komma. Amüsiert lauscht man. oder “Ich habe mir überlegt, dass ich lieber Dienstags kommen würde. Mittwochs gehe ich immer zum REWE.” Man nickt, denn diese Frau hat so recht. Wie schnell verliert man als Seniorin beim Einkaufen die Zeit aus den Augen und streift mir nichts, dir nichts zwölf Stunden durch die Gänge? Wenn dann noch der Uhrzeiger signalisiert, dass man einen Friseurtermin bei Anita hat, kommt Hektik auf und klick, klack, springt das künstliche Hüftgelenk aus der Pfanne.

Was außerdem für Anita spricht, sind diese ungezwungenen Gespräche, die einem die Friseuse um den Hals bindet. “Ist doch wieder ein Wetterchen was?” “Ja, ziemlich warm.” “Wurde auch wieder Zeit, nicht wahr?” “Ja.” “Soll ich ihnen ein Spezialkonzentrat gegen ihre Schuppen mitgeben?” “Habe ich Schuppen?” Wie wohltuend direkt diese Ansage aus dem Mund einer sächsischen Vierfachmutter ist. Hier wird noch mit der Sprache rausgerückt. Oftmals sagen Westdeutsche ja, sie könnten die die direkte ehrliche Art aus den Mündern von Ostdeutschen nicht leiden. Der Doc empfindet sie als nicht störend.

Er weiss jetzt, dass seine Kopfhaut schuppt. Er trägt jetzt eine Haarfrisur, die man klassisch nennen könnte. Er muss sich jetzt eine Woche schämen. Es gibt Schlimmeres.

dr. micebase

top sekret

Es ist wieder Zeit für content, content, content.

Im letzten Beitrag freute sich der Doc noch ein zweites Poloch, als die Sonne schien und ihn wärmte. Er saß nur mit String-Tanga und Übergangsjacke bekleidet draußen. Am Anfang war das spitzenmäßig, zwei Tage später verwandelte sich die Freude in schnittlauchfarbenen Auswurf, der Doc bellte wie ein Hund. Husten, wir haben ein Problem!

Wenn sich festsitzendes Sekret nach zweitägigem Bitten durch trockenen Reizhusten endlich aus den Bronchien bequemt, stellt man sich vollbackig die Frage: Wohin damit? Auf den Gehweh speien? Für gewöhnlich schlurft in einer Studentenstadt immer wenigstens ein alternativer Jugendlicher hinter einem, der mit seinen bunten Schlaghosen den Gehsteig kehrt. Das Geleebonbon schlucken? Verbietet sich schon aus Ekel vor der eigenen Person.

Der Doc nutzt ganz profan Papiertaschentücher, um das Sputum aufzufangen und zu trocknen, bis es eine kristalline Konsistenz erreicht hat. Im asiatischen Kulturkreis wird getrocknetem Bronchialsekret von Dr. Micebase eine potenzsteigernde Wirkung nachgesagt, woraus sich ein netter Nebenerwerb bestreiten lässt.

Wenn sich der Leser nach diesem kleinen Späßchen wieder gefangen und das hysterische Lachen abgeklungen ist, würde der Doc gerne auf einen weniger spaßigen Umstand hinweisen. Der geschätzte Kollege Phantomscherz macht blogPause. Lieber Phantomscherz, ich bedaure diese Entscheidung zutiefst und hoffe, dass das nur von vorübergehender Dauer ist.

dr. micebase

lenz ist da…

Ist das bereits der vorauseilende Atem des Frühlings, der den Schnee aus dem Stadtbild entfernt hat? War das gestern nicht ein prachtvoller Tag? Dr. Micebase streckte auf dem Balkon die Glieder aus und genoss eine Tasse Kaffee, bekleidet nur mit einer Unterhose und einem leichten Überwurf aus Fleece, einer Übergangsjacke. Es war nicht kalt.

Frühling. Die Zeit, in der wir endlich wieder ins Freie strömen können, um frischen Benzinduft einzuatmen. Es gibt keine kostbarere Jahreszeit. Nach und nach häuten die Menschen textile Schichten vom Körper und was zum Vorschein kommt, gefällt einem sehr. “Ein jeder Frühling ist neue Feier der großen Vereinigung der männlichen und weiblichen Natur.”

“Jawoll!” ruft man. Die Hormone kommen in Wallung. Dieser Winter hat uns viel zu lange in sein Kettenhemd gezwängt.

dr. micebase

…hartzIV-debatte…

Es gibt so viele Blogs und es gibt so viele Menschen. Oft schleicht sich ein unbedeutender Mensch dazwischen, also gibt es auch manch uninteressanten Blog. In einer Art Selbstexperiment hat Dr. Micebase in den letzten Wochen versucht, sich in einen unbedeutenden Menschen hineinzuversetzen und uninteressantes Zeug zu posten. Dies gelang ihm nicht.

Einige haben vielleicht gemerkt, dass sich die Frequenz der Beiträge leicht unterhalb der “Täglich”-Marke eingepegelt hatte. Ausschlaggebend dafür war die enorme geistige Anstrengung, die Dr. Micebase aufbringen musste, um uninteressant zu sein. Einmal verwendete er ein Tierbildchen und meinte, dass dies der Zeitpunkt sei, an dem die Stimmung kippen müsse. Offenbar unterschätzte er seine Leser, die alle verzückt ihr Kinn in die Hände legten und “Ooohr” sagten.

Heute kam ihm das hier unter die Augen:

Der Doc muss feststellen, dass Tierbildchen überhaupt nicht uninteressant sind, im Gegenteil. Sie können hervorragend einen guten Artikel untermalen. Man müsste nur drunter schreiben, dass sich bei dieser wochenlangen Kälte selbst Pinguine nur noch in Sweatshirts auf die Straße trauen.
Schon hat man die Lacher auf seiner Seite, die Mädels wieder im Arm, die Jungs zu respektvollem Neid genötigt. Der Doc wird sich jetzt wieder darauf beschränken und nicht mehr in Revieren wildern, in denen er nichts verloren hat.

dr. micebase

Dr. Micebase schaut in die Zukunft.

Stichwort Tea-Party-Bewegung: Der Doc freut sich schon mächtig auf die Präsidentschaftskandidatur von Sarah Palin in zwei Jahren.

Nichts geht über das Rückbesinnen auf amerikanische Werte und Traditionen.

dr. micebase

Berufsbild: Dr. Micebase

dr. micebase

Berufsbild: Panzerfahrer in Österreich

Die Präzision, mit der die Macher dieses Kurzfilms österreichische Alltagssituationen einzufangen verstehen, setzt Maßstäbe.

dr. micebase

Der Doc ist wieder fit.

Dr. Micebase’ Verstand ist nach überstandener Erkältung wieder messerscharf.

dr. micebase

Der Doc ist erkältet…

Gelegentlich wird Dr. Micebase daran erinnert, dass er sterblich ist. In der Nacht zu Sonntag schlich jemand in sein Zimmer und goß ihm Beton in die Nasennebenhöhlen. Gestern wurden alle gängigen Hausmittel bemüht, heute morgen um 6 klingelte der Wecker, 7.15 Uhr rauschte der Zug an. Doch oh weh, wie sah Dr. Micebase aus? Die Nase entzündet, die Augen blutrot und geschwollen, wodurch sich die Zuginsassen hervorragend auf die schwarzen Augenringe konzentrieren konnten.

Kranke Menschen sind von der Gesellschaft gehasste Würmer. Jeder hat selbst mindestens eine Situation im öffentlichen Nahverkehr erlebt, die beweist, wie furchtbar kranke Menschen sind. Ein Fahrgast muss nur mal im Bus husten, schon sprinten die anderen nach hinten zu den kleinen Aufklappfenstern und versuchen, ihre Münder hindurchzustecken. “Luft! Luft!” rufen sie den Passanten zu. Hier hat jemand Tuberkulose. Übertrieben? Überhaupt nicht.

Dr. Micebase sah entgegen seiner Gewohnheiten heute morgen extrem schlecht aus. Als wäre das nicht schlimm genug, hatte er eine sehr gewissenhafte Schaffnerin erwischt.”Fällt Ihnen etwas an ihrem Fahrschein auf?” fragte sie. Ööhm… Dr. Micebase schaute durch seine kleinen Sehschlitze und drehte das Sachsen-Ticket hin und her, dann wendete er sich an die Kontrollörin: “Es wäre spitze, wenn Sie sich verpissen.” antwortete er nicht, denn hat er eine hervorragende Erziehung genossen. Er sagte “Nein.”

Der gilt erst ab 9 Uhr.” Ach was. Dr. Micebase schaute auf seine Rolex. Halb acht. Na sowas. Da passt ja noch ein ganzes Fussballspiel dazwischen. “Geben Sie mal bitte Ihren Ausweis.” Während der Doc kurz darauf eine Zahlungsaufforderung über 40 Euro entgegennahm, schauten ihn die anderen Fahrgäste so geringschätzig an, dass er am liebsten geweint hätte. Nichts ist armseliger, als ein Fahrgast ohne gültigen Fahrschein.

An solchen Tagen möchte der Doc am liebsten in Nährlösung eintauchen und erst wieder aufwachen, wenn alle dummen Menschen ausgerottet sind. Erstmal tröstet er sich aber mit einem unfassbar niedlichen Tierbildchen und schläft sich gesund.

Nächste Einträge »